Zur Ausstellung

Das Licht erzeugt die Farben. Gemeinsam bilden sie eine wichtige Grundlage menschlichen Lebens und menschlicher Kultur. Wissenschafts-, Kunst- und Kulturgeschichte liefern dafür eine Vielzahl faszinierender Belege. Eine repräsentative Auswahl einschlägiger Zeugnisse aus der Geschichte der Farben, ihrer Wahrnehmung, künstlerischen und industriellen Anwendung wie auch ihrer Übersetzungsleistungen zwischen den Wissenschaften, der Welt des Sichtbaren und des Unsichtbaren wird die Ausstellung „rot. grün. blau.“ anlässlich des Internationalen Lichtkongresses in Ilmenau zusammenführen.

Am authentischen Ort – im Industriedenkmal Fischerhütte mit seinem historischen Glasschmelzofen – liefert die Ausstellung damit nicht nur den kulturellen und wissenschaftsgeschichtlichen Hintergrund für eines der Hauptforschungsgebiete der TU Ilmenau, der Lichttechnik, sinnlich-experimentell vermittelt sie auch wesentliche Voraussetzungen menschlicher Orientierung in Raum und Zeit. Die Grundlagen des Farbensehens, der Farbwahrnehmung, die Besonderheit farbiger Substanzen, ihrer emotionalen Qualitäten wie ihrer unterschiedlichen kulturellen Konnotationen werden in der Ausstellung anhand einer Vielzahl einzigartiger Exponate aus dem breiten Spektrum zwischen Kultur- und Wissenschaft erläutert. Die Präsentation fächert beispielsweise wichtige historische Farbtheorien ebenso auf wie sie einschlägige aktuelle naturwissenschaftliche und technologische Forschungen vorstellt, sie visualisiert die „Farbigkeit“ des für das bloße Auge unsichtbaren Mikrokosmos ebenso wie das „farbige“ Schwarz des Makrokosmos. Insgesamt verfolgt die Ausstellung die Farbe und das Licht von ihrer konkret stofflichen bis zur virtuellen Erscheinungsweise. Eine faszinierende Wanderung durch Farb- und Lichtwelten erwartet den Besucher, Objekte zum Schauen und zum Meditieren, aber auch zum Analysen und Experimentieren.

Mit Blick auf den zeitgleich stattfindenden Internationalen Lichtkongress wurde der Schwerpunkt der Präsentation bewusst auf Themen gelegt, die Licht und Farbe gleichermaßen zum Gegenstand haben und die überdies geeignet sind, einen Einblick in die dem Licht, dem Glas und den Farben eng verbundene Thüringer Kultur- und Technikgeschichte zu geben und auf aktuelle in der Region verankerte Forschungen auf diesem Feld Bezug zu nehmen.
Als Leihgeber der zum Teil einzigartigen Exponate konnten Museen, Archive und Spezialsammlungen von Wissenschaftseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen aus ganz Deutschland und dem nahen Ausland gewonnen werden. Die Experimente und medialen Präsentationen stellen namhafte Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Verbände zur Verfügung.